Die Geschichte des SKV

Dieser Text umfasst geschichtliche Informationen seit der Vereinsgründung vom 19. März 1919 bis zum 75-jährigen Jubiläum im Jahr 1994.

 

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Jahre 1919 - 1945

In einer Zeit, in der Individualismus oft über das Gemeinwohl gestellt wird, in der auch die Situation der Vereine in der Gesellschaft neu überdacht wird, blicken wir zurück in eine ganz andere Zeit.

Früher – das wird oft mit der “guten alten” Zeit in Verbindung gebracht. Aber die Umstände an jenen 19. März 1919 an dem der Vorfahr des SKV Hochberg, der “Arbeiter- Turn und Sportverein”, später “Freier Turnerbund Hochberg”, gegründet wurde, war sicher keine in unserem Sinne gute Zeit. Zu nahe lag das Kriegsende 1918, zu ungünstig die wirtschaftliche Entwicklung in der ersten deutschen Republik. Und trotzdem, oder gerade deswegen, war es wohl das Ansinnen der Gründungsmitglieder um Karl Albrecht, Albert Schäfer und Ernst Fischer, Gemeinschaft, Freude und Ablenkung in einem Sportverein zu finden und zu erleben. Wie stark dieses Bestreben in der damaligen Zeit ausgeprägt war, ist auch ersichtlich aus der Tatsache, dass im damaligen Flecken Hochberg mit knapp 450 Einwohnern bereits 3 Vereine, nämlich der Gesangsverein Concordia, ein Rad- und Wanderverein sowie ein Militärverein existierten.

Hochbergs Einwohner waren damals zur Hälfte Bauern und Arbeiter. Berücksichtigt man das Einkommensniveau und die Umstände, damals schon als Pendler den Arbeitsplatz in Ludwigsburg, Kornwestheim oder Stuttgart zu erreichen, so ist die Initiative zur Errichtung eines Sportvereins sehr hoch zu schätzen. Und dies ohne die heute üblichen staatliche oder kommunale finanzielle Unterstützung. Turngeräte wurden aus alten Heeresbeständen erworben; das erste Reck wurde in Eigenarbeit gezimmert. In der alten Gemeindehalle am Schloss wurde seinerzeit ein “Übungsraum” abgeteilt – in einem solchen Bretterverschlag fanden die ersten Turnstunden statt.

Für den Sportbetrieb im Freien wurde um 1920 ein Platz jenseits des Neckar gemietet. Dieser Platz musste zunächst sehr mühsam von Steinen befreit und mit guter Erde bedeckt werden – es war wohl ein echter “Rübenacker”. Allerdings ging der Sportplatz nach einigen Jahren zurück an die Stadt Stuttgart. Nach Nutzung eines Provisoriums am Ende der heutigen Waldallee, verkaufte die Gemeinde Hochberg dem “Freien Turnerbund Hochberg” 1930 ein neues Gelände, auf dem sich heute die Grundschule und die Bürgerhalle befinden. Auch dieser Platz musste in Eigenleistung für den vorgesehenen Zweck gerichtet werden. Das entsprechende Arbeitsgerät wurde wohl in einer Nacht- und Nebelaktion bei einer örtlichen Bauunternehmung “organisiert” – die damals meist arbeitslosen Vereinsmitglieder wurden während der Bauphase von den Bauern mit Most und Brot am “Leben” gehalten.

Neben dem Turnen bildete sich in der Folgezeit nach der Vereinsgründung eine Faustballabteilung, die sehr erfolgreich agierte. Mitte der 20-iger Jahre wurde eine Hochberger Mannschaft gar 2. Süddeutscher Meister! Auch eine Damenhandballmannschaft etablierte sich, deren Aktivität aber nicht von langer Dauer war. Offensichtlich war der Eigenständigkeit der Frauen im Dorf gewissen Grenzen gesetzt. Hinzugekommen war auch eine Frauen- und Kindergymnastikabteilung, denn mit der wieder steigenden Einwohnerzahl wuchs auch der Sportclub – 1923 zählte man bereits 80 Mitglieder.

In dem traditionell mit Turnern und Faustballern besetzten Verein ergab sich mit zunehmender Mitgliederzahl auch der Wunsch nach anderen Sportarten wie Handball oder Fußball. In einer Kampfabstimmung in der damaligen Gaststätte “Zum goldenen Fass” in der Küferstraße, fand sich 1931 eine äußerst knappe Mehrheit zu Gunsten einer Fußballabteilung. Das erste Spiel der neuen Mannschaft gegen Kornwestheim ging mit Pauken und Trompeten 1:13 verloren.

Mit Beginn der politischen Gleichschaltung durch die nationalsozialistische Diktatur verlor der Verein 1933 seine Selbstständigkeit. Das gesamte Vereinsvermögen wurde beschlagnahmt. Dies hing sicher auch damit zusammen, dass Hochberg seinerzeit noch ein ziemlich “roter” Flecken war. Die Sportler ließen sich aber nicht entmutigen und gründeten umgehend einen Nachfolgeverein, den “DT Sportverein Hochberg”, dessen Vorsitzender Julius Albrecht wurde. Mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939 schliefen die sportlichen Aktivitäten ein, der Verein wurde schließlich wieder aufgelöst.

Bilder der Jahre 1919 - 1945

Jahre 1946 - 1994

Nach Kriegsende beantragten sowohl Mitglieder des ehemaligen Sängervereins CONCORDIA als auch die Sportler bei der amerikanischen Besatzungsverwaltung die Zulassung eines Vereins. Auf Grund des damaligen Besatzungsstatutes war jedoch nur 1 Verein pro Gemeinde erlaubt. Daher schlossen sich die Antragsteller am 10. März 1946 zum “Sport- und Kulturverein Hochberg e.V.” zusammen. Erster Vorsitzender des gemeinsamen Vereins war Wilhelm Tafelmaier. Noch 12 Mitglieder aus dieser Ära sind noch bis in die 80-ziger Jahre Mitglied im SKV gewesen und wurden anlässlich des 75-jährigen Jubiläums 1988 zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Gedeihen der neuen Bundesrepublik Deutschland begann auch für den SKV eine Zeit des Wachstums und der sportlichen Erfolge. So errangen die Turner 1954 in der Gaumeisterschaft Platz 4, 1955 stieg die Fußballmannschaft in die B-Klasse auf. Frauen- und Kinderturnen waren wieder im Programm und Anfang der 60-ziger kamen Tischtennis und Faustball hinzu. Da jedoch der Sportbetrieb in der Gemeindehalle im Laufe der Jahre immer unzulänglicher wurde und es auch zunehmend an geeigneten Führungskräften im Verein mangelte, konnten sich die Abteilungen des SKV nicht wie gewünscht entwickeln. Die Turner lösten sich auf, Ende der 60-ziger spielte die Fußballmannschaft zunehmend im unteren Drittel der Tabelle (Abstieg in die C-Klasse 1971).

Der Verein kannte sein Hauptproblem gut: ohne geeignete Sportstätten ist keine Voraussetzung für gute sportliche Betätigung gegeben. Im Jahre 1968 wurde in einem Tauschvertrag zwischen dem SKV und der Gemeinde Hochberg das alte Sportgelände aufgegeben, da an dieser Stelle die heutige Grundschule und Bürgerhalle errichtet werden sollten. Der Verein erhielt im Gegenzug außerhalb der Ortsgrenze das heutige Sportgelände mit Vereinsheim. Neben dem Hartplatz plante die Gemeinde Hochberg damals ein großzügiges Sportstadion. Die Einweihung des neuen SKV-Geländes erfolgte 1969. In diesem Jahr feierte der SKV auch sein 50-jähriges Jubiläum (19.03.1919 – 21.07.1969).

Hochberg hatte sich seit 1959 von 604 in einem rasanten Wachstum auf 2.326 Einwohner im Jahre 1970 vergrößert. Andere und neue Bevölkerungsschichten kamen in den Verein und bedingten ein Überdenken des sportlichen Angebotes. So wurde am 22.04.1969 eine Tennisabteilung gegründet und neben dem neuen Sportgelände 2 Tennisplätze gebaut. Der Zuspruch zu dieser Abteilung war immens, immerhin kletterte die Mitgliederzahl 1969 von April bis Dezember 1969 von 46 auf 78 Mitglieder. Die Interessen zwischen den bisherigen Abteilungen und der Tennisabteilung war aber in der Folgezeit nicht in Deckung zu bringen. Nach erheblichen Turbulenzen im Zusammenhang mit der Erweiterung um 2 weitere Tennisplätze kam es schließlich zur Trennung. Am 10.12.1971 wurde mit Zustimmung der SKV-Mitgliederversammlung aus der Tennisabteilung der “Tennisclub Hochberg e.V.”

Der SKV entwickelte sich mit seinen verbliebenen Abteilungen, dem neuen Sportplatz und den Nutzungsmöglichkeiten in der neuen Bürgerhalle in den Folgejahren gut und der weitere Bevölkerungszuwachs (bis 1983 über 3.000 Einwohner) ergab eine gute und kontinuierliche Nachwuchssituation. 1984 wurde eine Volleyballabteilung gegründet, die bedauerlicherweise wegen mangelnder Trainingsmöglichkeiten in der Halle 1988 wieder “einschlief”. Ein besonderes Ereignis ergab sich 1987. Auf Grund einer Zusage der vormals selbstständigen Gemeinde Hochberg erstellte die Gemeinde Remseck als deren Rechtsnachfolgerin auf dem Sportgelände ein großzügiges Rasenspielfeld; der SKV hatte bislang den vereinseigenen, kleinen Sandhartplatz in Nutzung. Mit einer Sportwoche begann am 14.06.1987 eine neue Epoche für die Fußballer des SKV, die sich jedoch erst an die neuen Dimensionen des Rasenplatzes gewöhnen mussten. Auch dem Vereinsheim, damals ziemlich heruntergewirtschaftet, wurde zu neuen Ansehen verholfen. Die Mitgliederversammlung beschloss 1988 die komplette Renovierung, die mit einem finanziellen Kraftakt und viel Eigenleistung der Mitglieder bewältigt wurde. In einer kleinen Feierstunde wurden die neuen Räumlichkeiten am 23.11.1990 eingeweiht.

Das gute Umfeld im Verein erlaubte neben der guten sportlichen Entwicklung auch ein vernünftiges Wirtschaften in den 80-ziger-Jahren. Anfang der 90-ziger wurden die Früchte dieser Arbeit in den Abteilungen und im Verein “geerntet”. Aufstiege der Faustball- und der Tischtennismannschaften in höhere Spielklassen waren die Folge und auch die Fußballmannschaft erreichte 1991 den langersehnten Aufstieg in die Kreisliga A. Diese Mannschaft steigerte sich in den Folgejahren hervorragend und hat es dann sogar geschafft in die Bezirksliga aufzusteigen. Bereits 1993 schaffte sie nach 22 Jahren zum ersten Mal wieder den Neckar-Rems-Pokal zu gewinnen.

Die Situation der Vereine war schon in der Zeit der 80-iger geprägt von einem Überangebot an Betätigungsmöglichkeiten für Jugendliche. Dies bedeutete in manchen Bereichen einen Rückgang des Nachwuchses und teilweise Einschränkung der sportlichen Betätigung. Einige Abteilungen “veralterten” zunehmend, Kooperationen im Jugendbereich mit Nachbarvereinen waren und sind unumgänglich. Auch im Erwachsenenbereich ist eine zunehmende Veränderung der Einstellung zum Verein festzustellen.

Bilder der Jahre 1946 - 1994